Dass der Kompaktatlas
mit ca 400 Farbabbildungen zu "KrankheitsBildern" bereits
nach nur 3 Jahren in 2. aktualisierter Auflage erschienen ist, liegt
an der Beliebtheit des praktischen Helfers, welches zum raschen
Vergriff der 1. Auflage führte. Trifft das Werk doch in einer
Zeit der "Apparatemedizin" ins Schwarze und zeigt, daß
vielfältig Diagnosen und Verdachtsdiagnosen bereits mit dem
Auge des Behandlers gestellt werden können, wenn er nur die
Kenntnis über die Ausprägungen besitzt.
Für Zahnmediziner
stehen labor-medizinische und medizin-technische Geräte zur
allgemeinmedizinischen Diagnostik nicht zur Verfügung, da diese
zuvorderst dem Hausarzt obliegt. Nichtsdestotrotz ist auch der Zahnarzt
für die Allgemeingesundheit des Patienten verantwortlich und
"muß erforderliche Kenntnisse über Krankheiten der
Inneren Medizin beitzen" (AppOZM) - sprich Krankheiten erkennen
können.
Und genau auf diese Forderung passt der Inhalt des Buches, dessen
Obersatz von Rudolf Leonhard im Vorwort bereits die Begründung
für eine Anschaffung während des Studiums enhält:
"Nur der Wissende erkennt".
An dieser Maxime ausgerichtet gelingt es den Autoren mit eindrucksvollen
Bildern zu sensibilisieren. Bagatellbefunde werden extremen Ausprägungen
gegenüber gestellt. Letztere werden sicher selten in der zahnärztlichen
Praxis zu sehen seien, jedoch Vorstadien können über Korrelation
zu einem einprägsame Bild besser sensibilisieren. Die Mehrzahl
der Symptome und damit auch der Abbildungen ist durch Repräsentation
in Gesicht, Augen, Mund/ Zunge, Händen und Armen sowie Haltung
erkennbar, was dem Setting des Zahnarztes und dem aufmerksamen /
sensibilisierten Auge des Behandlers offen liegt.
Sinnvoll ist auch, daß
der Diagnostik der absolute Vorrang eingeräumt wurde - was
praktisch im Buch so umgesetzt ist, daß sich der erklärende
Text nur auf die Nennung der Krankheit und einer sehr knappen Charakterisierung
dieser beschränkt. Daraufhin wird die weiterführende Diagnostik
benannt sowie Differentialdiagnosen aufzeigt.
Als nicht zu unterschätzender
Bonus muß noch die durchweg stringente Benutzung der korrekten
Terminologie in der Befundbeschreibung genannt werden. So ist es
dem auf diesem Gebiet sprachlich oft hilflosen Zahnmediziner erleichtert
korrektes Vokabular in seinem Arztbrief zu verwenden. Der leider
etwas knappe Anhang fokusiert zusammenfassend nochmals auf die wichtigsten
Befunde bei häufigen Erkrankungen und illustriert dies mit
Schemazeichnungen.
Für den Preis von
knapp 30 EUR kann das Buch nur noch nachdrücklicher jedem Studierenden
und Kollegen in der Patientenversorgung empfohlen werden zumal es
für jedes Jahr ferner des Examens ein kleines Achso-ja Erlebnis
bereit hält.
HUETTIG,
Fabian; rating: *****
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