Um das Resümee vorwegzunehmen;
Das von Eichner und Kappert herausgegebene erste
Band zu zahnärztlichen Werkstoffen und ihrer Verarbeitung ist
ein ungehobener
Schatz unter den Werkstoffkunde Büchern. Viele der "Konkurenten"
am Markt veranschaulichen
Werkstoffkunde auf so allgemeingesprochenem Niveau, daß es
nahezu unwissenschaftlich wird
und von "Kunde" keine Spur bleibt. Andere hingegen sind
so abstrakt mit Wissenschaft vollgepackt, daß
die praktische Anwendung auf der Strecke bleibt. Die von den Herausgebenern
versammelten 14 Autoren
aus Wissenschaft, Industrie und Praxis sind nicht nur Experten auf
ihren Gebieten, sondern auch fähig
ihr Wissen so aufzubereiten, daß die Grenzfläche zwischen
Praxis und Theorie durch maßvolles Abwägen
scharf gezeichnet
und verständlich dargestellt wird.
Die Einteilung in Materialklassen, welche jeden Autors Terrain entspricht,
macht das schnelle Finden
beim Nachschlagen möglich. Allerdings muß man hier einen
Abstrich machen, da auch in 8. unveränderter
Auflage mit dem Inhalt der 1996 erschienenen 6. veränderten
Auflage das Werk etwas von der Zeit eingeholt wurde und vor allem
bei Composites und Kermischen Werkstoffen nicht mehr up2date ist.
Dafür berücksichtigt es allerdings,und das ist etwas was
ganz und gar nicht selbstverständlich ist, die Prüfungen
von Werkstoffen sowie die entsprechenden Normen inklusive Vorstellung
dieser.
Den einzelnen Werkstoffen sind ihre Prüfungen zugeordnet und
am Ende findet sich die Zusammenfassung der relevanten Prüfungen
und Normen. So ermöglicht es eine objektive Beurteilung, da
man die Methoden in diesem Buch beschrieben findet und so in die
Lage versetzt wird neu publizierte Erkenntnisse methodisch zu hinterfragen.
Neben schematischen Abbildungen, Diagrammen, Rasterelektronenmikroskopischen
Aufnahmen,
ist auch der Blick in und auf Geräte sowie die Produktion von
Werkstoffen ermöglicht. Die sprachlichen Ausführungen
lassen sich leicht lesen und tragen so dazu bei in den geschlossenen
Ausführungen schnell und spielend das notwenige Wissen zu erarbeiten.
Schön ist es zu wissen, daß durchweg werkstoffwissenschaftliche-
und kundliche Terminologie verwendet wird,
und so dem Leser eine später korrekte wiedergabe ermöglicht
wird. Das Band 2 zur Werkstoffkunde unter klinischen Aspekten ist
leider noch nicht veröffentlicht und so wird die überarbeitete
Neuauflage dieses schönen
ersten Bandes leider noch etwas auf sich warten lassen, kann aber
bis dahin noch gute Dienste leisten. Besonders für an fundamentalem
Wissen interessierte Leser, von Studierenden bis wissenschaftlich
tätigen Zahnärzten ist dieses Buch sehr zu empfehlen.
HUETTIG, FABIAN. ; rating:
****
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