Ein Buch über Werkstoffkunde
möchte den Platzhirschen Marxkors/Meiners und Ludwig Konkurenz
machen in dem der Titel schon einen umfassenden wissenschaftlichen
und praktischen Bezug für alle „zahnärztlichen Werkstoffe“
in Anspruch nimmt. Das Buch selbst ist die Übersetzung eines
Werkes Amerikanischer Provinienz verfasst von u.a. von Robert Craig
(Biologe & Werkstoffwissenschaftler) und Roberts (Prothetiker
und Werksoffkundler).
Nun wissen wir ja , dass alle nur mit Wasser kochen und nicht alles
was aus Amerika kommt wirklich besser ist. Dieses Buch kann zu dieser
Erkenntnis nur festigend beitragen. Der Streifzug durch wahrlich
alle angewendeten Werkstoffe in der Praxis ist mit unzeitgemäßen
Schwarzweissfotographien und Zeichnungen illustirert, die an Lehrbuch
der siebziger erinnern. Die abgebildeten Materialien sind weitesgehend
nur auf dem amerikanischen Markt erhältlich und in ihrer Gewichtung
dem dortigen State-of-Art angepasst, weshalb man bspw. den Polysulfiden
zur Abformung gleichviel Beachtung schenkt neuere Polyether allerdings
vergessen werden.
Und so schleppt sich die Materie zusätzlich auf dem wissenschaftlichen
Bein hinkend durch die Seiten. Man vermisst akademisches Niveau
in Sprache und den werkstofflichen Grundlagen. Als Beispiel ist
beim Verhalten von Einbettmassen das Wort „Kristobalitsprung“
vergeblich zu suchen, denn die Ausführungen halten sich mit
Details zum Verhalten nicht auf, sondern formulieren abstrahiert
diktatorisch „das ist so“. Schaubilder und Diagramme
sind eher grob umrissene Skizzen, Schemazeichnungen unterdurchschnittlich
in schwarz-blau. Als Lehrbuch für die hiesige propädeutische
zahnmedizinische Ausbildung insgesamt somit wertlos und für
den tätigen Zahnarzt durch weitaus anschaulichere Konkurenzprodukte
bei dem Preisniveau des Buches nicht diskutabel und für eine
grobe Übersicht als Repititorium fraglich.
HUETTIG,
FABIAN ; rating: *
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