Wie die Autoren schon
im Vorwort richtig darlegen, ist bei einer Zunahme von implantierten
Patienten auch mit einem Anstieg von Komplikationen zu rechnen,
die primär durch das Implantat ausgelöst werden. Dabei
kommt dem Behandlungsmanagement von periimplantären Infektionen
eine bedeutende Rolle zu. Eine Entzündung in dem das Implantat
umgebenden Gewebe ist eine der wesentlichen postimplantologischen
Komplikationen und stellt oftmals auch den erfahrenen Behandler
vor große Probleme. Die erfolgreiche Behandlung einer Periimplantitis
wird in den nächsten Jahren zu einer Herausforderung für
einen auf dem Gebiet der Implantologie tätigen Zahnarzt werden.
In ihrem Buch beschränken sich Schwarz und Becker nicht nur
auf die Diagnostik und Therapie einer Perimplantitis, sondern gehen
auch ausführlich auf die Anatomie, Ätiologie und Pathogenese
des periimplantären Gewebes ein. In ihrem ersten Kapitel vergleichen
sie sehr ausführlich die Anatomie parodontaler und periimplantärer
Strukturen. Der Unterschied des Parodonts eines natürlichen
Zahnes und der Osseointegration eines Implantates wird hervorgehoben
und mit zahlreichen Illustrationen verdeutlicht.
Das zweite und dritte
Kapitel gehen auf die Ätiologie und die Pathogenese der Periimplantitis
ein. Bei der Ätiologie unterscheiden die Autoren zwischen primären
Faktoren, wie etwa der Plaque, und sekundärenFaktoren, zu denen
sie zum Beispiel eine manifeste Parodontitis, eine genetische Prädisposition
oder auch das Rauchen zählen. In die Pathogenese der Periimplantitis
führen die Autoren mit einer kurzen Abhandlung über die
Immunologie bei Infektionen ein. Des Weiteren werden die einzeln
Phasen der Periimplantitis, beginnend bei einer Mukositis, anschaulich
dargestellt und mit Hilfe von histologischen Aufnahmen unterstrichen.
Im folgenden Kapitel werden den einzelnen Stadien einer sich entwickelnden
Periimplantitis die entsprechenden klinischen Manifestationen zugeordnet.
Dies erleichtert dem Behandler den Grad der Erkrankung einfacher
einzuordnen und das weitere Procedere hiernach auszurichten. Das
fünfte Kapitel beschäftigt sich mit den verschiedenen
Alternativen in der Diagnostik einer Periimplantitis. Beginnend
mit der klinischen Befundung, über die radiologische Diagnostik
bis hin zu mikrobiologisch bzw. molekulargenetische Methoden.
Das letzte Kapitel widmen
die Autoren ausschließlich der Therapie der Periimplantitis.
Am Anfang des Kapitels definieren sie die Ziele einer Periimplantitistherapie
und stellen kurz unterschiedliche Methoden der Behandlung dar. Die
folgenden Abschnitte befassen sich sehr ausführlich mit der
Wirkungsweise und Einsetzbarkeit von verschiedenen Lasersysthemen
zur Therapie einer Parodontitis bzw. Periimplantitis. Die umfassende
und kritische Darstellung eines modularen Therapiekonzeptes erfolgt
unter besonderer Berücksichtigung der klinischen Relevanz.
Die Autoren stellen nicht chirurgische Therapieverfahren und verschieden
Dekontaminationsverfahren der Implantatoberfäche ebenso dar,
wie chirurgisch-resektive bzw. chirurgisch-regenerativen Behandlungsmethoden.
Der“worst case“, die Explantation, wird ebenfalls abgehandelt.
Jedoch die Explantation vor den übrigen Therapieverfahren zu
nennen ist etwas unglücklich und sollte doch eher ultima ratio
am Ende des Kapitels erfolgen.
Alles in allem ein, für
einen auf dem Gebiet der Implantolgie tätigen Zahnarzt, sinnvolles
und ratsames Nachschlagewerk, welches einem bei der alltäglichen
Praxisroutine mit Rat und Tat beiseite steht und auch noch Hintergrundwissen
bereithält.
AUTOR: GOLDAMMER, C.
; rating: ***
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