Ein Weißbuch enthält
sinngemäß "Papers" und Veröffentlichungen
zu einer Problematik, zusammengestellt und erarbeitet von Fachkompetenzen,
um so zusammenfassend, wissenschaftlich-hinterlegt darzustellen,
wie korrektes Handeln durch die Verantwortlichen zu gestalten sei.
Wobei das "Weiß" auf die Farbe des des Buches zurückzuführen
ist und nicht mit "Weisung" zu verwechseln ist wobei dies
aus o.g. Zusammenhang gut denkbar und auch wünschenswert wäre.
Nebenher bemerkt sei daß es in der Form von "Farbbüchern"
auch Rot- und Blaubücher gibt. Das Weißbuch an sich hat
in Deutschland Tradition und so scheint die Zeit der gesundheitspolitischen
Umschwünge nur zu gut, um ein solches den Entscheidungsträgern
resp. politischen Verantwortlichen an die Hand zu geben. Tut sich
da nur beim Vergleich des Veröffentlichungstermins und der
kritisierten Abschlußhasst im Bundestag/-rat zu den Reformgesetzen
das ungute Gefühl des "Zuspätkommens" auf. Das
dem nicht zwangsläufig so ist eröffnet die Bearbeitung
der Lektüre.
In den einführenden
Kapiteln liegt der Schwerpunkt in gesundheitsökonomischen Betrachtungen
zur Entwicklung von Fortschritt und Krankheit im Spannungsfeld von
Mensch und Geld in der Gesellschaft. Kein Wort von Zahn- umsomehr
von Medizin und System. Allen Autoren mit höchster Expertise
auf dem Feld ihrer Ausführungen gelingt es den von Praktikern
oft als "trockenen Stoff" bezeichnete Sachverhalte sprachlich
anschaulich aufzubereiten, ohne die Professionalität in Frage
zu stellen. Die sich daraus ergebende Verständlichkeit der
komplexen Zusammenhänge, teils zugegebener Maßen in polemischer
Darstellung von Fehlleistungen und fraglichen Prozessen in europäischen
Systemen, macht das Lesen zur Freude und garantiert fundierten Argumentations-
und Wissensschatz - nicht nur für (Berufs-)politiker sondern
auch jeden Kollegen, der sich im Gespräch über "die
Zustände" äußert.
Das mit Ökonomie
und Rationalisierung über dem Berufstandschwebende und mit
Veröffentlichung des Buches auch verabschiedete Reglement zur
"Qualität und Qualitätsicherung von Leistungen"
wird auch hier der Platz eingeräumt. Und so gelingt der Bogenschlag
über den medizinischen Leistungsstandort im Globalen Wettbewerb
zur Praxis und Klinik. Dabei ist es sehr zu begrüßen,
daß die Definition von Qualität im Gesundheitswesen vorgenommen
und knapp dargestellt wird, daß die Dimension der Forderungen
und ihre Auswirkung auf das tägliche Tun und regelmäßige
Fortbilden sichtbar wird.
Von diesem Punkt, in
dessen Mitte der Patient steht, gelingt es den Gedankengang zu seinen
Anforderungen einerseits und der Vergütung mit Befriedigung
dieser andereseits weiterzuführen. Die resultierenden Veränderungen
und nötigen Entwicklungen in Berufsstand, Selbstverwaltung
und Freiberuflichkeit vom Status quo aus schließen sich an
und ab mit einer brillianten Handlungsempfehlung.
Den Epilog und Ausblick
bildet das Kapitel ZahnMedizin im Wandel durch den Präsidenten
der DGZMK, welches gespannt auf den in der Einleitung bereits erwähnten
Band 2 macht, in dem der Schwerpunkt auf Forschung, Lehre und Praxisalltag
liegt.
Abschließend bleibt
mir zu sagen, daß dieses Buch eine selten so umfassende Analyse
von Rahmenbedingungen im juristischen wie ökonomischem Sinne
und ihren resultierenden Problematiken darstellt und nicht nur von
politischen Verantwortlichen in Gremien, Kommissionen sowie den
mitarbeitenden Abgeorndeten zu lesen sei, sondern auch jedem Kollegen
in der Praxis ans Herz zu legen ist. Die abzusehenden Änderungen
und Novellen der verabschiedeten Reform wird und sollte dieses Buch
begleiten und die ihm gebührende Aufmerksamkeit sollte eben
auch durch breite Bekanntheit untermauert werden.
HUETTIG,
FABIAN. ; rating: ****
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