Dieses Buch sollte man
eigentlich als ein Fundament der zahnmedizinischen Ausbildung betrachten,
nicht im Sinne der praktischen Ausbildung von Studenten sondern
als gedanklicher emotionaler Grundbau. Denn in welchem Alter hatte
mein Patient das erste Mal Kontakt mit dem Berufsstand Zahnarzt?
Das ist ganz einfach: als Kind! Diesen Kindern ein positives oder
negatives Gefühl für den Beruf des Zahnarztes zu geben
geschieht genau mit diesem ersten Kontakt. Für viele praktizierende
Kollegen ist der Patient Kind ein recht schwieriger Patient, denn
es sind ja keine kleinen Erwachsenen. Ein Kind spürt die eventuell
vorhandene Unsicherheit des Zahnarztes und wird sich nicht entspannen
können und vertrauen aufbauen.
An dieser Stelle kann ich das Buch Kinderzahnheilkunde nur deutlich
empfehlen. Es ist ein Kompendium über die komplette Kinderzahnheilkunde.
Fünf Jahre nach der Erstausgabe hat sich auf diesem Gebiet
der Kinderzahnheilkunde viel getan, und dieses Wissen ist in diesem
Buch hervorragend aufbereitet und zu Papier gebracht. Besonders
gefallen und zum Denken angeregt hat mich der Beitrag von Frau Kollegin
Dr. Cheryl Lee Butz, der sich mit den psychologischen Aspekten bei
der Organisation einer Kinderzahnarztpraxis beschäftigt. Ich
selbst habe hier einige Anregungen mitgenommen.
Besonders interessant zu lesen sind auch die Beiträge von Pieper
(Diagnose der Approximal- und Fissurenkaries) und Einwag (Prophylaxe,
Füllung oder Remineralisation) zeigen sie doch ganz besonders
die Fortschritte der Zahnmedizin und die wichtige Idee der Vorsorge
auf.
Kollegen die dieses Buch durchgearbeitet haben, werden bei der nächsten
Kinderbehandlung bestimmt anders ans Werk und andres mit dem „kleinen
Patienten“ umgehen. Der kleine Patient mit Vertrauen von heute
ist der große Patient von morgen, ob mit Vertrauen liegt beim
Behandler.
LORCH, H.; rating: ****
<
ZURÜCK