Ein Großteil der
Patienten, die der Zahnarzt sieht, sind meißt nicht aus prophylaktischen,
sondern aus schmerzsymptomatischen Beweggründen erschienen.
Da die Entscheidung zwischen Haus- und Zahnarzt durch den Patienten
selbst fällt kommt es oft dazu, daß durch den "symptomorientierte
Besuch" ggf. die Ursachen im Fachgebiet des anderen Kollegen
liegen. Dies zu erkennen ist Aufgabe des untersuchenden (Zahn-)Arztes.
Die Komplexität von Schmerzen im Bereich des Kopfes wird in
diesem Buch einzigartig verknüpft. Beginnend mit einem Ausflug
in die Epidemiologie wird dem auf „den Patienten“ bezogenen
Praktiker das weite Feld Schmerz in der Bevölkerung nahe gebracht
woran sich knappe psychologische Grundlagen mit Besprechung der
heiklen Situationen im Aufklärungsgespräch anschließen.
Sobald nur einem Kollegen vermeintlich Psychatrieferner Gebiete
der Wortfetzen „psych…“ über die Lippen gleitet
sind Vorbehalte des Patienten programmiert. Damit aufzuräumen
hilft das Buch ganz besonders, da es organische wie auch psychische
Ursachen gleichberechtigt erläutert und Hilfen zur Argumentation
gibt und um die Grundlagen abzuschließen Hilfe zur Evidenzbasis
von Diagnostik und Therapie anbietet.
Es ist gelungen die
Grundlagen zum Kopf- und Gesichtsschmerz auf 30 Seiten und somit
das dem Praktiker Wesentliche zu begrenzen. Die folgenden 230 Seiten
bieten Lehrbuch und Nachschlagewerk in einem. Getrennt nach Gesichts-
Kopf- und Zervikogenem Schmerz lassen sich gesuchte Inhalte schnell
auffinden, besonders gelungen dabei die Unterteilung der Schmerzsensationen
aus Sicht der Augen-, Zahn-, HNO- und MKGC- Perspektive. Da allerdings
muß dem interessierten Kollegen aber durch Lektüre des
ganzen Buches die Schnittmenge klar werden, da Symptome von bspw.
astenoptischen Beschwerden auch von einer Migräne oder einfachem
Spannungskopfschmerz abzugrenzen sind. Selbst wenn er dies nicht
mit Sicherheit kann, ist dem Patienten durch das Wissen des Arztes
um die Möglichkeit schon weitergeholfen, da eine entsprechende
Abklärung in die Wege geleitet werden kann. So sollten Differentialdiagnosen
wie eine vermeintliche Seitenstrangangina vs. Myopathie der Hals-Nacken-
und Kaumuskulatur zur Physiotherapeutischen Behandlung anstatt zur
Antibiotikagabe führen. Allen Autoren muß das Lob ausgesprochen
werden den von ihrem Fachbereich weitgehend unberührten Kollegen
durch prägnante, einfache Darstellungen verbal an die Hand
zu nehmen und sicher durch die Materie zu führen. Das macht
das Buch leicht und schnell lesbar – ergänzt durch die
weiterführende Literatur und einen Schnellcheck-Anhang in dem
auf wenigen Seiten Ursachen und Symptome dargestellt sind. Eine
Kaufempfehlung für alle Haus- und „Allgemein-“
Zahnärze sowie genannte Fachärzte die täglich viele
Patienten sehen.
HUETTIG, FABIAN. ; rating:
****
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